Die neurofunktionelle Reorganisation beruht auf der Wiederholung der natürlichen Entwicklungsphasen des Menschen.
In ihrem Therapiekonzept verbindet die Brasilianerin Beatrice Padovan die Erkenntnisse von Rudolf Steiner mit den
Ergebnissen von Forschungen des Neurochirurgen Temple Fay.
Durch die Wiederholung frühkindlicher Bewegungsmuster wie Rollen, Robben, Kriechen und Krabbeln werden im ZNS noch
nicht ausgebildete Strukturen wachgerufen und neue Synapsen gebildet.
Dies wiederum führt zu einer Verbesserung der Organisation des Sprachzentrums, man nennt es die Neurologische Reorganisation.
Alle Übungen werden mit Liedern, Reimen u.a. begleitet, fördern daher Rhythmus, sprachliche Gliederungsfähigkeit
und Konzentration. Gerade für hyperaktive Kinder sind die strikt festgelegten Reihenfolgen der Übungen und
sprachlichen Begleitungen von größter Bedeutung, da sie sehr feste Strukturen benötigen und nur durch diese
Halt und Sicherheit finden.
Die Padovan-Therapie ist für alle Kinder - auch körperlich behinderte - geeignet.
Gerade Kinder, bei denen die Basissinne (taktile Ebene, kinästhetische Ebene, vestibuläre Ebene) nicht genügend
ausgebildet sind, profitieren recht schnell von der Therapie. Hier sind nämlich außer den sprachlichen Symptomen
auch Störungen der Lateralisation und Bilateralität vorhanden.
Während der Schullaufbahn können sich Schwächen im Lesen, Schreiben und Rechnen entwickeln.
Die Ausprägung und Qualität der Störung ist natürlich immer auch von äußeren Gegebenheiten abhängig.
Manche Kinder entwickeln trotz ihrer “Fehler“ aufgrund einer ausgeprägten Kompensation nahezu keine nach
außen hin sichtbaren und störenden Verhaltensmuster bzw. Schulprobleme.
Andere haben diese Kompensationsmöglichkeiten nicht und enorme Auffälligkeiten.